#11

Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 11.01.2010 21:17
von Lano | 6.276 Beiträge

Dem Massentrend zum Trotz ist die analoge Fotografie aber nicht tot, sondern beginnt ein sehr lebendiges Nischendasein. Das Interesse an analoger 'kreativer' Fotografie wächst wieder und sogar Spiegel Online berichtet nun schon monatlich darüber. Analoge Fotografie lädt zum Experimentieren ein, mit verschiedensten Filmmaterialien (Redscale, unmaskierte Farbfilme, Crossprocessing, ..) lässt sich auf simple Weise spannende Ergebnisse erzielen. Aber auch mit einem normalen Farbfilm bekommen Bilder einen besonderen 'Touch'.

Für mich steht die digitale Fotografie für Bequemlichkeit und Präzision, die analoge Fotografie für Kreativität und spielerischen Umgang mit dem Bild, wobei die Übergänge natürlich fließend sind.

Beispiel: Wenn ich einen Spaziergang mache, den ich schon 100x gemacht habe, dann finde ich mit meiner digitalen Kamera meist kein Motiv mehr und würde sie von vornherein zu Hause lassen. So nehme ich aber einen meiner Kamera-Oldies auf dem Schrank, lade sie mit einem ausgefallenen Film für spannende Effekte und sehe alles mit einem neuen Auge.. und Objektiv. :)

@Sumy: Es gibt übrigens Kameras, bei denen du je nach Bedarf das Rückteil austauschen kannst, um wahlweise auf digitalen Chip, auf Rollfilm oder auf Polaroid fotografieren zu können. > Hasselblad z.B.


zuletzt bearbeitet 12.01.2010 06:44 | nach oben springen

#12

Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 11.01.2010 21:40
von Sumy (gelöscht)
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Tabea, da magst Du sicher eine löbliche Ausnahme sein, da ich ja weiss, dass Du einen Fotokurs belegt hast, bei dem automatische Einstellungen verboten waren.
Ich habe nichts gegen Automatiken, aber man sollte wissen was sie machen, um zu verstehen, wie sie sich auf ein Bild auswirken. Sport- und Nachtpogramm, Portrait- und Allroundautomatik, wer ausser dem Wissenden weiss, was sich dahinter verbirgt. Und ich zähle mich ehrlichgesagt dabei zu den Unwissenden, ich habe Null Ahnung.
Das was ich weiss sind die Zusammenhänge von Blende, Belichtungszeit, Brennweite und Filmemfindlichkeit (vieleicht noch ein paar Dinge mehr).
Ein kluger Kopf hat einmal gesagt (ich suche immer noch von wem dies Zitat ist):
Lerne Alles und dann vergiss wieder Alles, und er hat recht. Es muss einem in Fleisch und Blut übergehen. Ehrlich gesagt, wenn mich einer fragt welches Pedal die Kupplung im Auto ist könnte ich es spontan nicht sagen, ich kuppel einfach.
So ist es auch mit meinen Bildern, ich fahre mit der Kamera herum, sehe mich ein in mein Motiv, oft verzeifel ich daran und gebe auf (ehrlich) aber ab und an habe ich ein Bild dann im Sucher, ein Bild von dem ich weiss, dies spricht mich an, und dann brauche ich nicht diesen Firlefanz von Automatiken, das geht dann von Alleine. Klar mache ich zur Sicherheit noch die ein oder andere Einstellung, wichtig bleibt aber das geistige Bild vor den Augen.

Ach bin grade ein wenig aufgeregt, weil es genau mein Thema hier ist........
Also auf meiner (richtigen) Hochzeit, da hatte ich einen Freund gebeten die Bilder zu machen. Wir haben vorher lange darüber geredet, weil so ein Ereigniss kommt ja nicht wieder, man macht die Bilder oder man macht sie nicht. Wir redeten darüber, ob nicht ein Profi besser geeignet sei um anständige Fotos zu erzeugen. Da ich aber seine Werke kannte (er ist einfach begnadet) war es mir wichtig, dass ein Freund der mich und meinen Mann kennt die Bilder macht. Sie sind einfach nur göttlich geworden. Klar 90% Ausschuß aber das ist normal, aber die 10% häte kein Profi und kein Knipser einfangen können.
Nach meiner Hochzeit und dem gemeinsamen betrachten der Bilder haben wir uns über diese Sesion unterhalten und es war sehr interesant auch seine Gefühle zu erfahren. Er stand sehr unter Stress, klar es sollen DIE Bilder werden. Im Vorfeld hatten wir die Locatons abgesprochen (Innenraum... Ausenaufnahmen und wo sie Sonne zu der Uhrzeit steht) aber trotzdem war so eine ungewisheit dabei auch wirklich ALLES gemacht zu haben für DAS Bild.
Was sich aber herausstellte war, das nicht ausschließlich die Vorbereitung, sondern die Interaktion wichtig war für die Bilder. Die Situation erkennen...sie Küssen sich (habe ich geahnt, stehen die ganze zeit schon im Halbschatten daher die Blende ein wenig aufgemacht, unbeteidigt dastehen, ein paar Fotos belanglos in die Menge schiessen ohne wirkliches Interesse daran z haben, sie sollen sich intim fühlen trotz meiner Kamera, mit dem einem auge durch den Sucher, die Gäste beobachten, mit dem anderen Auge auf die beiden, die Hand bereit an der Tiefeneinstellung zu drehen und die beiden zu fokusieren, ja nun, nun ist es soweit, nur nich zu hecktisch, langsam.......langsam sich drehen, in der Drehung fokusieren, kurtz inne halten und dann.... SNAP) und da war das Bild.

zuletzt bearbeitet 12.01.2010 06:44 | nach oben springen

#13

Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 11.01.2010 21:45
von Sumy (gelöscht)
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Zitat von Lano
@Sumy: Es gibt übrigens Kameras, bei denen du je nach Bedarf das Rückteil austauschen kannst, um wahlweise auf digitalen Chip, auf Rollfilm oder auf Polaroid fotografieren zu können. > Hasselblad z.B.


Ja auch für Minolta MD/MC? Das ist nun einmal mein System das ich (fast) komplett habe :(

zuletzt bearbeitet 12.01.2010 06:44 | nach oben springen

#14

RE: Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 12.01.2010 06:53
von Tabea Kringelbokeh | 9.488 Beiträge

@Sumy: in deinem Post sprichst du einen anderen, sehr interessanten Aspekt an. Du und dein Mann waren der Meinung, dass nur euer Freund diese Bilder machen könne und kein anderer aufgrund seiner emotionalen Verbundenheit, des Vertrautseins.

Ist für mich die Frage - kann man wirklich gute Bilder (ich meine emotional ansprechende, nicht technisch gute) nur machen, wenn man selber emotional in eine Sache involviert ist?
Hab dazu eine interessante Meinung gelesen, werd sie heute Abend mal posten...


Wir leben nur, um Schönheit zu entdecken. Alles andere ist eine Art des Wartens. Khalil Gibran
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#15

RE: Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 12.01.2010 08:40
von kjs Yip | 697 Beiträge

@ sumy: das linke is die kupplung...

aber das beispiel stimmt; bei der kupplung musste ich nachdenken und bei der analogen fotografie mach ich auch vieles automatisch, aber ich mache es! (würde auch nie automatik fahren...)

aber, was mir aufgefallen ist (sehr positiv!): bei deinem freund, dem hochzeitsfotografen, verrätst du mit keinem wort hat er nun digital oder analog?? und eigentlich ist es ja auch egal, ok, man muss die technik beherrschen (und sich nicht - egal von welcher - von der technik beherrschen lassen), aber das eigentliche bild - hört sich jetzt etwas pathetisch an - entsteht doch intuitiv, im spüren des rechten augenblicks.

seit einiger zeit (fast drei jahren) mach ich neben den analogen, den digitalen auch noch bildchen im virtuellen umfeld; noch ne neue technik, noch andere möglichkeiten - aber wieder ist es "nur" der augenblick, auf den es ankommt...

kjsses


am Anfang war das Wort, aber dann wurde das Licht angemacht...
kjs


Mein Block über Bildchen in SL ...

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#16

RE: Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 12.01.2010 11:10
von michael119de | 2.822 Beiträge

lese hier gespannt mit. trau mich aber wirklich (fast) nix zu sagen, da ich ganz und gar kein fotograf bin. habe auch den artikel gelesen, fand ihn interessant, teilwiese aber auch etwas polemisch (armes agfa).

und ich habe gerade mal in der formelsammlung nachgeschaut. aber eine formel/gleichung analog = fotograf, digital = (schlechter) knipser war da so gar nicht zu finden. komisch.

das digitale zeitalter lässt gewisse dinge einfacher wirken, nimmt den ein oder anderen vlt sogar berührungsängste. und so ist auch die (digitale) fotografie zu einer art volkssport geworden. na und?! der eine will einfach draufhalten, der nächste will digitale perfektion erreichen (gut irgendwann wirds ihm aufgehen, dass es die nicht gibt), der nächste hält gar nix von diesem neumodigen schnickschnack und packt ausschließlich die gute alte analoge ausrüstung aus. und wieder ein anderer findet selbst das "unecht", weil zur fotografie ja schließlich auch gehört, den film selber zu machen. und wer von denen hat nun recht? für mich: alle, weil sie für sich ihren weg gefunden haben und niemand sich anmaßen sollte, zu beurteilen ob dies gut oder schlecht, richtig oder falsch ist.

ein gutes bild (wer entscheidet das eigentlich?) kann (muss nicht) geräte- bzw. technik(un)abbhängig sein. es gibt fotografen und solche, die nie welche werden (genau wie es schauspieler und veronika ferres gibt).

meine fünf cent dazu...


wer immer auf´m teppich bleibt hat wohl einiges drunter gekehrt.
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#17

RE: Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 12.01.2010 11:53
von Sumy (gelöscht)
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Was würde nun der alte Mann dazu sagen (nicht du Kjs), Yoda:
Zu Tabs würde ehr wohl sagen: Du darfst niemals vergessen: Deine Wahrnehmung bestimmt deine Realität!
Ich glaube ich habe schon ein paar Mal darüber referiert. Unsere Emotionen bestimmen unsere Wahrnemung die wiederum unsere Realität beeinflust. Wir sehen andere Dinge oder sehen sie anders.

Zu Micha würde er wohl sagen: "Ist die dunkle Seite stärker? Nein. Nein... nein. Schneller, leichter, verführerischer."

Ich denke der Artikel will nicht die unterschiedlichen Technike gegenüberstellen sondern eher den Umgang mit ihr.
Ist das Bild schlecht geworden lag es sicher an der Kamera, die löst zu spät aus, zu wenig Pixel oder sie macht den Weissabgleich nicht richtig. Alles Ausreden weil man sich nicht mit den fotografischen Techniken und dem Arbeitswerkzeug auseinander gesetzt hat. Man steigt aus dem Bus heraus, knipst 50 Bilder die dann zu Hause dann noch richtig aussortiert werden. Macht natürlich kein Mensch mehr. Zum einen hat man sowiso keine Zeit mehr weil alles andere dann wichtiger ist, zum andern weil alle 50 Bilder lieblos gemacht worden sind. Zum nächsten Urlaub braucht man dann ein neue Kamera, die dann richtige Bilder macht.
Früher hat man sich mehr Gedanken um das spätere Bild gemacht und nicht einfach Panorama-Sonnenuntergang eingestellt. War das Bild dann nicht so wie erhofft, so lag es an den eigenen Fertigkeiten und nicht an der Kamera.

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#18

RE: Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 12.01.2010 12:40
von michael119de | 2.822 Beiträge

Zitat von Sumy
Früher hat man sich mehr Gedanken um das spätere Bild gemacht und nicht einfach Panorama-Sonnenuntergang eingestellt. War das Bild dann nicht so wie erhofft, so lag es an den eigenen Fertigkeiten und nicht an der Kamera.



Das mag sein. Aber diese Möglichkeit besteht doch auch heute noch. Ich mein ich könnte - wenn ich wollte - auch mit meiner DSLR (fast) alles händisch machen. Doch über den halbautomatischen Modus hab ich mich bislang meist nie hinaus getraut. Und genauso gab es auch bei anaolgen Cams schon (Motiv)programme, die unterschiedliche Parameter regelten. Es liegt am (gewollten) Umgang mit der Cam. Profies oder einfach Leute, für die Fotografie eine Leidenschaft ist, die werden ihre Einstellung nicht so grundlegend geändert haben. Und Leute, die sich heute keine Gedanken über Bildinhalt etc machen, die haben sich früher sicherlich nicht mehr Gedanken gemacht.


wer immer auf´m teppich bleibt hat wohl einiges drunter gekehrt.
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#19

RE: Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 12.01.2010 16:51
von Lano | 6.276 Beiträge

Letztendlich muss jeder seinen eigene Art finden, Fotos zu machen. Wer es 'nur' mit dem automatischen Modus einer kleinen Kompaktkamera schafft, ein tolles Bild zu machen, was ist dagegen zu sagen? Für mich ist da dieses Bild ein perfektes Beispiel:



Das entstand vor zwei Jahren mit einer vollautomatischen Kompaktkamera von Olympus, während ich mich vor Höhenangst bibbernd auf einer Bank auf der Domkuppel festklammerte und gaaaaanz vorsichtig die Kamera in die Höhe hielt und abdrückte. Ohne Vollautomatik hätte ich das nicht gekonnt, und damals noch nicht mal gewußt, was ich wie hätte einstellen sollen. Mit einer manuellen Kamera wäre mir das Bild nie gelungen. (Allerdings habe ich hinterher mit PS die Schatten noch angehoben). Warum sollte man mit so einer Kamera und den Automatikeinstellungen nicht zufrieden sein?

Andererseits beschäftige ich mich ja gerade mit der analogen Fotografie und komplett manuellen Kameras. Ohne eingebaute Belichtungsmessung und Autofocus. Um ein Foto zu nehmen muss ich erst mit einem Handbelichtungsmesser die Helligkeit messen, dann je nach Motiv und Helligkeit die Blende einstellen, die Zeit und muss dann auf das Objekt manuell scharfstellen. Das finde ich sehr bereichernd und inspirierend, ein Foto auf diese Weise aufzunehmen, denn ich nehme mir gezwungenermaßen sehr viel Zeit für jedes einzelne Bild. Da meine Kamera kein Zoom-Objektiv hat, muss ich zu Fuß näher an das Motiv heran oder weiter weg, je nach Komposition.
Mich inspiriert das sehr, ich habe auch das Gefühl, dass ich dadurch sehr viel lerne. Aber ich verstehe auch jeden, dem das einfach zu umständlich ist.

Eine Frage an Sumy: Warum bist du denn nicht einfach zufrieden mit deinem analogen Minolta System?


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#20

RE: Fotografie - damals und heute

in Ernsthafter schwatzen 12.01.2010 17:01
von Sumy (gelöscht)
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du ich bin sehr zufrieden damit.
Ich befürchte nur, und der Artikel nennt ja auch Zahlen, dass die Kleinbild Patrone früher oder später vom Markt verschwindet oder es so aufwändig und teuer wird, dass mir der Spaß vergeht.
Für die Zusammenstellung der Ausrüstung habe ich viel Zeit verwendet (weniger Geld) und möchte mir nicht alles neu kaufen müssen. So eine Digitale Rückwand wäre da schon was schönes, Bodys habe ich genug, und man könte dann die bewährte Optik weiter nutzen.

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Karl Valentin


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